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So bepflanzen Sie Ihren Balkon richtig

Primeln, Narzissen, Geranien – selbst wer keinen eigenen Garten hat, muss auf Blütenpracht nicht verzichten. Schon für wenig Geld lässt sich auch auf dem Balkon Frühlingsstimmung verbreiten. „Selbst aus einem schlichten Balkon kasten lässt sich ganz viel machen“, sagt Ali Schenk. Der Holländer betreibt am Osternburger Markt ein Blumenfachgeschäft und kennt die Geheimnisse, wie sich auch für kleines Geld jeder Balkon verschönern lässt. Bevor wir aber seine Vorschläge vorstellen, noch ein paar grundsätzliche Dinge. Niemand sollte auf die Idee kommen, einen Balkon voll zu stopfen. Raum für einen bequemen Sessel oder eine komfortable Liege sollte schon noch vorhanden sein, aus denen heraus sich die farbenfrohe und duftende Pracht genießen lässt. „Überdies gilt es vor jedem Kauf zu überlegen, welchen Pflegeaufwand die Pflanzen benötigen”, gibt Antje Sdun, Diplomingenieurin für Agrarwissenschaften und Expertin für Pflanzen aufzucht, zu Bedenken. Darüber hinaus seien manche Pflanzen nicht ganz ungefährlich. „Insbesondere wer Kleinkinder oder Haustiere hat, sollte bei der Auswahl darauf achten, ob sie Allergien aus lösen, Verletzungen verursachen können oder gar – wie Engels trompete, Herbstzeitlose, oder Buchsbaum – Giftstoffe enthalten,” so die Fachfrau.

Generell hat jeder Mieter einer Wohnung das Recht, Blumenkästen auf dem Balkon anzubringen und sie nach Herzenslust zu bepflanzen – sofern die Sicherheit der Balkonbrüstung nicht gefährdet oder das Äußere des Hauses nicht verschandelt wird. Die Gewohnheit, Pflanzen in Gefäßen zu kultivieren, reicht übrigens So bepflanzen Sie Ihren Balkon richtig Blütenpracht im Freiluftwohnzimmer bis weit in die antiken Hochkulturen zurück. In unseren Breiten beginnt die Topfgärtnerei vermutlich mit dem Rosmarin, der erstmals in der Zeit Karls des Großen offiziell erwähnt wird. Einen Höhepunkt erlebte die Topfkultur im Barock mit der Einrichtung von Orangerien. Schon zuvor im Mittelalter konnten sich euro päische Gartenfans von der Topfgarten-Kunst des Orients inspirieren lassen. So standen im Löwenhof der berühmten Alhambra von Granada einst exotisch bepflanzte Kübel. Die orientalische Farben- und Blütenpracht können wir, den Gärtnern sei Dank, nun ebenfalls in nördlichen Breiten genießen – bei entsprechender Pflege sogar auf West- und Ostveranden. Geranien, Petunien, Fuchsien, Verbenen, Passions blumen sowie Lilien und Vanilleblumen verwöhnen nordeuropäische Nasen mit den Wohlgerüchen des Morgenlandes. Blumenhändler

Ali Schenk empfiehlt, Blumenkästen vor der Bepflanzung unbedingt mit einer Drainage auszustatten, etwa aus kleinen Styroporstückchen, Tonscherben oder Kieselsteinen. Sie sorgen dafür, dass sich am Boden keine Staunässe bildet. Darauf kommt eine etwa 5 cm hohe Schicht Blumenerde. „Geben Sie hier lieber ein paar Cent mehr für gute Ware aus, dann haben Sie länger Freude an den Blumen“, rät der Experte. Anschließend sollten die Kästen mit etwas Immergrün bepflanzt werden, etwa Buchs oder Efeu. In die Lücken dazwischen passen dann Primeln und Osterg locken. Schenk: „Man wird am Anfang etwas mehr investieren müssen, bei der Erst bepflanzung vielleicht 35 Euro für einen Kasten von einem Meter Länge.“ Später reichen zur Auf frischung der Pracht dann aber rund zehn Euro pro Jahreszeit. Wer über einen etwas höheren Etat verfügt, sollte seine Kästen von Saison zu Saison erneuern.

Im Frühjahr, so Schenk, machen sich Zwiebelgewächse, Narzissen und Tulpen besonders gut. Auch die lang blühenden Hornveilchen und Stiefmütterchen seien nicht zu verachten. In den Sommermonaten ist beispielsweise die Zeit der Geranien und Fuchsien. „Insgesamt können Sie für die heiße Zeit des Jahres zwischen rund 50 verschiedenen Pflanzen auswählen – am besten Sie erkundigen sich im Blumen geschäft Ihres Vertrauens.“ Zum Herbst hin gilt es zunächst, die Sommerblumen aus den Blumenkästen und Schalen zu entfernen. Sie werden ersetzt durch die klassischen Herbstblüher, wie Chrysanthemen, Erika oder Astern. Besonders hübsch sehen die blühenden Pflanzen aus, wenn man sie mit Gräsern, kleinwüchsigen Koniferen und Ministräuchern mischt.

Ist das Budget noch immer nicht erschöpft, regt Ali Schenk an, Blumenampeln unter die Decke zu hängen oder Halbschalen, Regale sowie Gitter zum Einhängen von Einzeltöpfen an den Wänden anzubringen. Auch Kübelpflanzen verschönern jeden Balkon. Viel Freude machen vor allem die Pflanzen aus den Mittelmeerländern, wie Oleander oder Agapanthus. Rosmarin, Lavendel sowie Thymian verströmen den typischen Duft des Südens, Oliven-, Feigen- sowie Zitronen- oder Orangenbäumchen in dekorativen Töpfen komplettieren das mediterrane Ambiente. Wer sich der „ToskanaFraktion” zugehörig fühlt, wird sich bei den Pflanzgefäßen und dem Fußboden eher für Töpfe und Fliesen aus gebrannter Erde, Terrakotta, entscheiden. Auch die anderen Mittelmeerländer verfügen über eigene unver wechselbare Topftraditionen. Blau lasierte Gefäße vor weißgetünchter Wand lassen zum Beispiel von der griechischen Ferien insel Santorin träumen.

Und wer eine Balkonwand mit traditionellen Fayencen oder Majoliken (Fliesen) aus Spanien oder der Provence dekoriert, kann sich wie auf einer Finca oder auf einem Mas fühlen. Leider verlieren viele blühende Pflanzen nach Sonnenuntergang ihre Leuchtkraft. Damit auch Berufstätige, die erst am Abend Muße für ihr Freiluftwohnzimmer finden, auf ihre Kosten kommen, sollten sie bei ihrer Balkonbepflanzung auf keinen Fall auf Ziertabak und Engels trompete verzichten. Beide Kübelpflanzen verströmen ihr Blütenparfum erst in der Abenddämmerung. Und während sich die meisten Pflanzen in der heißen Mittagssonne erst so richtig wohl fühlen, gilt für uns Menschen: Weniger ist gesünder. Bei 40 Grad in praller Sonne auf dem Balkon zu brüten, bedeutet wahrlich keine Erholung. Eine mit Hopfen, Efeu, Geißblatt, Knöterich oder Blauregen berankte Pergola ist ein natürlicher Schattenspender

Quelle: https://www.gsg-oldenburg.de/DE/Download/GSG-Magazine/gsg_magazin-I-08.pdf